Doch, was erwartet uns frühmorgens? Garstiges Pisswetter, uuuuurgh. Ich musste das Auto wirklich direkt vor die Hütte parkieren, da unser Garten unter Wasser stand und zu einer Schlammpiste mutierte.

So sieht das dann eben in der Stadt aus. Schnell die Fenster zu!

Dafür wars nicht so heiss. Wir nahmen die schnelle Tieflandrute nach Cochabamba, die über den Chapare führt. Dort wird das Coca für die Kokainherstellung angebaut, also aufgepasst.
Hier sieht man den fast trockenen Piraí, der auch an Santa Cruz vorbeifliesst.

Hier rechnen alle damit, dass der Fluss im nächsten Sommer in der Regenzeit, also nächsten Januar/Februar, eine Abkürzung durch die Strasse nehmen wird. Den Einwohnern von Portachuelo, das gleich um die Ecke liegt, gefällt dies nicht. Es ist natürlich die einzige Brücke weit und breit. Nun was macht da der gute olivianische Demokrat? Na klar, einen Bloqueo! Es hat sogar genützt. Mittlerweile sind Strassenarbeiter daran die Böschung zu befestigen. Mal schauen obs reicht...

Im Fluss wäscht man alles: Töff, Haare, Kleider, Auto, Bus und den Milchtransporter (Pil im Hintergrund. Beste Milch übrigens hier... schmeckt wie schweizer Alpenmilch).

So kann man hier wohnen, hammeridyllisch.

So hammeridyllisch! Nun ja, wer nicht gerade zwei Bäume zur Hand hat, dem tuts auch ein Lastwagen.

Kurzer Stop in Buenavista. So sehen die Telefonzellen aus. Hier, entsprechend dem nahen Amboró-Nationalpark, mit einem Jaguar.

Unterwegs trifft man so allerlei. Ein hiesiger Schulbus...

...oder zwei kopulierende Lastwagen.

Notorischer Dieselmangel. Die Schlangen vor den Tankstellen sind hunderte von Metern lang, auch wenn es gar kein Diesel hat. Wenn aber ein Tanklaster kommt, sollte man parat sein. Gut, wenn man nen Benziner hat. Säuft zwar mehr, dafür wird die Schlange locker links überholt und ran an die Zapfsäule.

Eine von vielen Kontrollstellen, wo man nie so recht weiss, was genau kontrolliert wird. Je nach Laune des Polizisten muss der Fühererausweis, Fahrzeugausweis, ID oder was auch immer gezeigt werden. Dann wird schön fein säuberlich Namen, Nummernschild, Farbe, Jahrgang, etc von Hand in ein Schulheft notiert. Weiss der Gugger wer das dann mal nachliesst. Ab und zu verlangen sie auch nach collaboracion, also Schmiergeld in die eigene Tasche. Man muss aber nichts geben.

Hier muss man schon ein wenig besser aufpassen, die FELCN (=Drogenpolizei) Kontrollstelle eingangs des Chapare. Wenn man Pech hat, nehmen sie einem das ganze Auto auseinander. Wenn man schlau ist, nicht. Unschuldiger Blick aufsetzen und einen auf Touri machen. Er wollte dann jedoch trotzdem in unseren Kofferraum schauen. Als Corina dann fragte, ob sie denn keine Drogenhunde hätten, die finden die Drogen doch viel einfacher und schneller, konnten wir subito weiterfahren. Er bejahte übrigens. Wir haben jedoch noch nie einen Drogenhund gesehen.

Ab Villtunari gings dann steil bergauf. Wir mussten von ca. 250 MüM auf über 3000 MüM klettern, Cochabamba liegt auf ca. 2600 MüM. So auf halber Höhe erreicht man die Bergnebelwälder die den Yungas im Norden bei La Paz gleichen. Wunderschöne Wälder, üppige Vegetation mit Riesenfarnen und feuchtes Klima.

Ziemlich mystisch, aber auch gefährlich, vor allem wenn der Laster mit 20 KmH den Laster mit 17 Kmh in einer Rechtskurve überholt.

Webervögel sind überall anzutreffen. Wir haben erfahren, dass das Männchen 7 solcher Nester baut und dann das Weibchen seiner Wünsche zur Besichtigung bittet. Wenn ihr keines passt, dann muss er wieder von vorn anfangen und 7 neue bauen (voll die Zickenfrauschaft, puuh).

Kurz vor der Passhöhe die Offenbarung. Traumwetter und Traumbilder.


Auf der Passhöhe ein Stausee.

Schnell die ersten Cocablätter gekauft und unter die Backen geschoppt, damit wir für die Höhe auch gerüstet sind. Silvia wollte damit auf keinen Fall bis La Paz warten.

Im Blick zurück vom Hochtal von Cochabamba Richtung Ostflanke der Kordillieren. Die Wolken stauen sich und machen aus dem Nebelwald den Nebelwald, lassen im Gegenzug kaum Wolken passieren, was die Gegend schlagartig trocken und steppenartig macht.