Montag, 21. Juli 2008

Sandgestrahlte Linsen

Falls jetzt jemand meint, meine roten Augen rühren von so einem bestimmten Kraut her, liegt er ganz falsch. Ist nix. Hier wird Sand gestrahlt von morgens bis abends, drinnen wie draussen.

















Seit Dezember 2007 kann ich keine Linsen mehr reinstülpen. Konnte zeitweise kaum mehr arbeiten, da die Augen so brannten. Ging also halb blind durch Santa Cruz tappend einen Oftalmologen suchen und fand auch einen.


















Der erste vom ospedal del ojo schaute mir von ca. 1 Meter Entfernung in die Augen und meinte, ich hätte eine Bindehautentzündung. Danke auch der fachkundigen Untersuchung. Dafür hatte er dann noch ungefragt ein neues Brillenrezpt angefertigt.



















Der zweite, ca. 3 Monate später, schaute immerhin doch durch so ein Okkulu-Dings in meine Augen, und verschrieb mir ein Wimpernwachmittel. Cool, wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Mitsamt den Augentropfen halfs dann doch recht gut.



















Als die Schmerzen wieder auftauchten und ich plötzlich auf einem Auge in die Nähe doppelt sah, was beim Programmieren doch sehr unangenehm ist (und ich war nicht betrunken!), wollte ichs eigentlich gern mal wissen, was denn wirklich los sei.



















Nun, glücklicherweise hat man ja einen guten Freund als Oftalmologen, welcher aber zur Zeit gerade in Vancouver arbeitet. Macht nichts. Ein paar Schnappschüsse von der DigiCam und schon begint die Ferndiagnose. Kein Problem meinte Mathias, ist üngefährlich, einfach Augenwasser reintröpfeln , künstliche Tränen sozusagen (dies ist die Laienzusammenfassung, es hat schon ein wenig professioneller getönt).



















Nun seither schütte ich mir jeden Tag ein paar Milliliter Tränen in die Augen und wasche sie von allerlei Unrat rein. Ist kein Witz, momentan kriegst du schwarze Hände, wenn du mit der Hand über einen Tisch fährst, den du vor 1 Stunde geputzt hast, drinnen!


















Ja und das halten meine Superempfindlichen Äugelein nicht aus und laufe darum seit gut einem halben Jahr blindlinks durch die Gegend.

Wenn ich nur diesen Optiker mal finden würde.



Freitag, 18. Juli 2008

Corina und ihr neues Hobby

Corina pflegt weiter ihr neues Hobby, Badezimmer unter Wasser zu setzen.

So geschehen, als wir Besuch von unserem ersten Couchsurfer, Jorge aus Chile, hatten (Opfer, zu sehen rechts im Bild, als er seinen Augapfel kontrolliert).

Links, die Täterin, Corina, beim Schlussgang, dem Aufwischtask.






















Hier das Resultat, Decke triefend nass.

















Korrekter, Decke und Wand triefend nass.
























Und hier das Spurensicherungsprotokoll:
Corina hantiert lustvoll am Spülkasten rum, mit dem Vorwand ihn reparieren zu wollen, schliesslich ist er schon seit ein paar Monaten ausser Betrieb und das WC nur noch mittels eines Eimers voll Wasser bedienbar.

Just in dem Moment, als sich Jorge mit dem Kopf über den Spülkasten neigt um ihr zu helfen, hantiert Corina an dem Plastikzeugs im Spülkasten rum, welches sogleich in Tausend Teile zerberstet.

Lustigerweise ging auch die Dichtung des Wasserzulieferrohrs in die Brüche, wodurch eine Wasserfontäne mit vollem Druck Richtung Decke spritzte. Natürlich direkt ins Auge von Jorge.























"Hui, hani wieder mol was boosget. Het aber schüli Spass gmacht!"

















Verletzt wurde jedoch schliesslich niemand. Dafür blieb kein Auge trocken!

Dienstag, 15. Juli 2008

Harter Winter

Im Momet sind wir gerade daran die Rosenstöcke einzupacken, die Hängematte im Keller zu versorgen, den Pfadschlitten parat zu machen und die Winterpneus zu montieren. Der Winter hat uns voll und ganz. Ist schon brutal so ohne Heizung und Isolation...
















...so verdammt hart eben...


Montag, 14. Juli 2008

Los Lagos

Ihr erinnert euch... vor knapp einem Jahr erhielt ich zum Geburtstag einen Gutschein für ein Wochenende in einem Resort-Hotel für zwei Personen. Hier nun endlich die Einlösung.


Los gehts. Am Christo von Santa Cruz vorbei, mal durch einen etwas käsigeren Blickwinkel gesehen.






















Zuerst muss der Rio Piraí überquert werden.
































Fertig mit Teerstrassen, ab auf die Sandpiste, die eben frisch planiert wird.

















Mit diesen Maschinen werden die Erdstrassen jedes Jahr nach der Regenzeit wieder hergestellt, falls noch was davon übrig ist.

















Ein Landfriedhof am Strassenrand

















Die unendliche Weite beginnt.
















Und mitten im Nichts Los Lagos, zum guten Glück mit Wegweiser.

















Unser Cabaña, für 6 Personen! Wirklich gediegen, mit Küche, Bar und Sprudelwanne. Weniger gediegen war, dass der Gasdurchlauferhitzer spuckte.

















Wunderschöner Ausblick auf den Pool.

















Die Rasenmäher.

















Kratz, kratz, kratz. Dieses Fohlen hat sich genüsslich an unserem Abfalleimer gerieben.
















Was macht man an so einem Ort? Erstmal nichts, Hängematte spannen, lesen und pfläzen.

































Es hätte ja Volleyball- und Fussballfelder zur Verfügung, aber die sahen ziemlich unbenutzt aus.

















Insgesamt 14 solcher Tümpel sorgen für frische Fische auf dem Teller.

















Sand soweit das Auge reicht.



































































Da leben irgendwelche Viecher im Sand, die unterirdische Gänge anlegen. Vielleicht so Minimaulwürfe.
































































Blick von der Karaokebar auf den künstlichen Tümpel, wo man kayaken und Paddelbötli fahren kann. Die Karaokebar wurde denn auch von ein paar Mädchen ausgiebigst und in voller Lautstärke die halbe Nacht durch mit falschen Tönen vollgedröhnt. Hach, gab das ein gemütliches Candlelight Dinner.



































Uns hats gefallen, voll friedlich und ab vom Schuss.


















Los Lagos, 10 points.






















Hasta luegito


Samstag, 12. Juli 2008

The Martin Karaoke Experience

Karaoke haben die Japaner erfunden. Wikipedia beschreibt den Begriff so: "...bei der Amateursänger zur Musik bekannter Titel singen." Karaoke setzt sich wahrscheinlich aus den Wörtern Kara (=leer) und Oke (=Orchester) zusammen. Als club- und konzertverwöhnter Zürihegel wird man bei diesen Beschreibungen reflexartig ein wenig arwöhnisch.

Tatsache ist aber, dass, obwohl die kulturellen Gemeinsamkeiten von Japan und Südamerika im müü-Bereich liegen, hier die Karaoke Kultur lebt wie bei uns der Kebab. Kein Ort, keine Strasse, kein Fest, kein Ausflugslokal, wo nicht überdimensionierte Boxen auf Maximallautstärke gestellt sind und eben so ein "Amateursänger" sein Lieblingslied vor glücklichem Publikum trällert.

Wir haben die Ehre den Besten Karaokianer von Santa Cruz, Bolivien und wahrscheinlich ganz Südamerikas unseren Freund nennen zu dürfen. Hier sieht man ihn bei der Auswahl der Hits, die er gleich zum Besten geben wird.


















Schummrig ist wichtig und Konzept. Martin voll in Action. Ich hätte ja gerne ein Filmchen gepostet, aber dann wäre ich nächstes Jahr noch am uploaden.

















Eben, schummrig und Neonbeleuchtung.


















Schummrigango sozusagen.



















Nach getannem Vergnügen, stolz und glücklich.


















Cerveza gehört immer dazu. Gibts vielfach im 2 Litertank mit Zapfhahnen direkt auf den Tisch.






















Die Songauswahl, zu 95% bestehend aus spanischen Schnulzen.






















Wir feierten auch gleich sowas wie Abschied, oder zumindest letztes Martin-Karaoke-Experience. Martin ist mittlerweile in der Schweiz und versucht sein Glück dort. Sozusagen das Inverse von mir.

Viel Erfolg!


















Noch mehr Schummrigkeit....



















"Oh Gott o Gott, wie kann man sooooo falsch singen!"

Echt, ich habe noch keinen ausser Martin gehört, der die Töne trifft. Töne treffen ist hier Glückssache, ich weiss wovon ich rede. Aber egal, den Leuten hier machts unheimlich Spass und sie leben diese Kultur bis zum abwinken.



















Immerhin gibts zwischendurch immer mal wieder ne halbe Stunde Ohrenerholungspause, mit Salsa, Merengue oder Madonna, wo dann richtig heiss getanzt wird.


















So sähe das Ganze übrigens unschummrig aus. Na gut, einverstanden, lassen wirs schummrig.